„Ich bin nicht skalierbar, aber meine Inhalte schon!“ Warum ich kein Texter mehr sein kann
Das war eine harte Lektion. Als ich mit Schreibenslust gestartet bin, habe ich mir voller Enthusiasmus die ersten Deals an Land gezogen und wie ein Besessener geschrieben, über das Schreiben gelesen, das Gelesene umgesetzt und natürlich nach neuen Kunden Ausschau gehalten. Nun hat sich meine Welt um 180 Grad gewandelt.
Der Interessenkonflikt
Für meine Klienten habe ich die Möglichkeit, spannende Themen zu recherchieren und zu bearbeiten. Das gibt mir einen Grundstock an fixen Kundenmandaten. Nebst dem Schreiben werde ich aber auch in andere, oft kurzzeitig intensive, Social Media Projekte engagiert – ein Interessenkonflikt, der zu 16 Stunden „Arbeitstagen“ und Erfolgsdruck führt.
„Was soll ich tun, das kann ja so nicht weiter gehen“, sagte ich mir. Auch wenn mir das alles großen Spaß macht, muss doch ein gesundes Mass an Spannung und Entspannung gegeben sein. Auf der einen Seite will ich alle diese Projekte durchziehen, auf der anderen Seite soll aber nicht die Qualität darunter leiden.
Die Lösung
Ich arbeite schon länger mit virtuellen Assistenten zusammen, die mir gewisse Arbeiten abnehmen. So habe ich beschlossen, das Thema „Outsourcing“ auch auf das Schreiben anzuwenden. In den letzten Monaten habe ich mir ein Team aufgebaut, das mich bei der Schreibensarbeit unterstützt. Dabei ist mir aber wichtig, dass die Texte meine persönliche Note beibehalten, schwungvoll daherkommen und überzeugen.
Ich gebe in der Regel den Input, was in den Text rein soll, wie die Storyline aussieht etc. Mein Kolleginnen und Kollegen recherchieren darauf basierend und erstellen einen Entwurf, den ich am Ende redigiere. Um den Prozess zu optimieren, geht die redigierte Version in der Regel auch wieder an den Schreiber retour, was zu einer raschen Lernkurve führt.
Die Konsequenzen
„Hat der Stuber jetzt ausgeschrieben?“, fragt sich die eine oder der andere. Natürlich nicht, denn ich schreibe selbst immer noch fleißig – und das wird auch so bleiben! Doch mit diesem Ansatz kann die Firma wachsen, größere Aufträge werden innert nützlicher Frist behandelt, das Arbeitsaufkommen wird besser verteilt und ich kann mich auch weiteren spannenden Projekten im Online Bereich widmen. Anders gesagt: “I am not scalable, but my content is!”
Yours sincerely,
Reto Stuber – oder eben auch der “Editor in Chief“



Ich finde, dies ist ein grossartiger und mutiger Entscheid.
Deine Texte haben dann immer noch das “Stuber Qualitätssiegel”, deine Kunden profitieren aber davon, dass du mehr Zeit in die Entwicklung neuer Ideen investieren kannst. Und dies kann keiner wie du!
Hi Etienne,
danke für Dein Feedback. Die Zufriedenheit meiner Kunden ist das A und O, und ich gebe nur Texte ab, hinter denen ich zu 100% stehen kann. Alles andere wäre kontraproduktiv. Ich habe mir reiflich überlegt, ob das der richtige Weg ist – und bin überzeugt davon. Es bleibt immer noch ein stattlicher Anteil an Schreibarbeit auf meinem Tisch liegen, und das ist auch gut so.
Beste Grüße, Reto